Die Flüchtlingspolitik in Europa und in Deutschland hat sich seit 2025 spürbar verschärft: neue Restriktionen, eine zunehmend sicherheitsorientierte Rhetorik und wachsende Zweifel an menschenrechtlichen Standards prägen mittlerweile den Umgang mit geflüchteten und traumatisierten Menschen. Wie lässt sich in diesem Spannungsfeld eine vernünftige Balance zwischen legitimen Sicherheitsinteressen und verbindlichen menschenrechtlichen Verpflichtungen wahren?
Die Veranstaltung „Künstliche Empathie? Menschenrechtliche Perspektiven auf Flucht, Trauma und künstliche Intelligenz“ umfasst drei Keynotes. Den Auftakt macht Judith Kohlenberger, ECDF Associated Researcher und Migrationsforscherin, mit einer Keynote zu ihrem im September erschienenen Buch „Migrationspanik“. Darin zeigt sie auf, wie politisch geschürte Angstnarrative eine zunehmend restriktive Migrations- und Asylpolitik legitimieren – und warum dadurch insbesondere besonders schutzbedürftige Menschen zusätzlich unter Druck geraten. Die zweite Keynote hält Eva van Keuk, psychotherapeutische Direktorin des Psychosozialen Zentrums für Geflüchtete in Düsseldorf und bis vor Kurzem langjährige Präsidiumsbeauftragte für Menschenrechte beim Berufsverband Deutscher Psycholog*innen. Sie erläutert, welche konkreten Auswirkungen diese kürzlichen Entwicklungen auf die psychosoziale und psychotherapeutische Praxis mit geflüchteten Menschen haben. Moderatorin, Autorin und taz-Redakteurin Friederike Gräff stellt anschließend „Homina“, die psychosoziale KI-Beraterin von Inter Homines, vor und beleuchtet damit die wachsende digitale Dimension des Themenfeldes. In der anschließenden Podiumsdiskussion werden die unterschiedlichen Perspektiven zusammengeführt und sowohl gesellschaftspolitisch-digitale als auch psychosozial-therapeutische Handlungsansätze ausgelotet. Den Ausklang der Veranstaltung bildet ein offenes Networking, das Raum für Austausch, Begegnung und weiterführende Diskussionen bietet.
Das Panel wird von Friedrike Gräff, Autorin und taz-Redakteurin, moderiert.
Datum: 02. Februar 2026
Beginn der Veranstaltung: 17:00 Uhr
Ende der Paneldiskussion: 18:45 Uhr mit anschließendem Networking
Veranstaltungsort:
Einstein Center Digital Future
Konferenzsaal, 1. OG
Wilhelmstraße 67
10117 Berlin
Weitere Informationen zur Anmeldung //hier.
