Die beiden Ausstellungen „Politics of Design – Per/Forming Critique" und „A.I. Ambiguous Intelligence“ zeigen kritische Design- und performative Arbeiten von Studierenden, die im Wintersemester 2025/2026 im Rahmen der Professur von ECDF-Professor Florian Conradi (FU Berlin/metaLAB(at)Berlin) im Masterstudiengang Kultur- und Medienmanagement an der FU Berlin entstanden sind. Die Ausstellung ist bis zum 1. Juni 2026 im ECDF zu sehen. Interessierte können sich per //E-Mail bei Friedrich Schmidgall für eine Besichtigung anmelden.
Kontext: Politics of Design – Per/Forming Critique Vol. 2
In einem Zustand der ontologischen Krise sind die Grenzen zwischen Mensch und Maschine, Natur und Kultur sowie Organischem und Technischem stark verschwommen. Wir befinden uns in einer erschöpfenden Auseinandersetzung mit den Turbulenzen unserer selbst gestalteten Wirklichkeiten. Es sind Zeiten kurioser Konstruktionen, unausweichlicher Automatisierung und posthumaner Performances, in denen menschliche und nicht-menschliche Akteure auf neue, unbewusste Weise miteinander verwoben, verschmolzen und verstrickt sind. Von Voreingenommenheiten im maschinellen Lernen über Überwachungskapitalismus bis hin zu digitalem Kolonialismus: Welche Machtstrukturen sind in diesen Technologien implizit und verdeckt eingebettet? In dieser Ausstellung werden ethische, soziale und politische Themen im Zusammenhang mit Technologie und Gestaltung untersucht – dabei wurden kritische Perspektiven und gestalterische Gegenentwürfe zum Thema „Politics of Design“ entwickelt.
Die Ausstellung zeigt Werke von Studierenden der FU Berlin: Nelli Abdullaeva, Josephine Kantara, Felix Armbruster, Alma Baute, Henning Berg, Ishraq Al Saadi, Marie Luka Wild, Maria Lenz, Yannik Berger, Alessia Brügger, Janine Heinrich & Lara Makena Arnhold.
Mit Unterstützung von Friedrich Schmidgall (ECDF) & Gastvortrag von Ines Weigand (UdK Berlin/ Weizenbaum Institut).
Kontext: A.I. ±÷›˚ò∆Sѱˆ – Ambiguous Intelligence
Welche visuelle und sprachliche Dominanz spiegeln KI-Systeme wider? Welche Machtstrukturen werden derzeit in algorithmischen Kulturen konsolidiert? Suchmaschinenabfragen, automatische Vervollständigungsfunktionen und generative Bilder werden uns als persönliche Hilfsmittel dargestellt, die unsere regelmäßigen Routinen erleichtern sollen. Doch je tiefer KI in unseren Alltag Einzug hält, desto mehr bestimmen diese Systeme unsere Handlungen, Verhaltensweisen und Vorstellungen. Gegenwärtig können wir jedoch eine Vielzahl versteckter Voreingenommenheiten in verschiedenen Ausdrucksformen beobachten, die bei der Gestaltung dieser Systeme entstehen. KI-Systeme drohen unter anderem, die Hegemonie binärer, heteronormativer Geschlechtervorstellungen auszuweiten und somit das Internet mit Wahrnehmungen und Wahrscheinlichkeiten dieser Vorstellungen zu dominieren. Da diese Systeme zunehmend automatisiert werden und Geschichten sowie Zukünfte des intersektionellen Ausschlusses verstärken, wurde in diesen Lehrveranstaltungen erörtert, wie kritische Perspektiven und praxisbasierte künstlerische Forschungsmethoden in solche Systeme eingreifen und sie herausfordern können.
Es wurden alternative Denkansätze erkundet, die die Grundlage für ein interdisziplinäres, reflektierendes Seminar bildeten. Die kollektiven Designentwürfe führten unter anderem zu Mensch-Maschine-Kollaborationen, welche die Grenzen zwischen den Themen Mensch/Maschine, Offline/Online sowie Wirklich/Unwirklich infrage stellten. Kritische künstlerische Gestaltung als performative Praxis diente als Methodik für Gegenerzählungen, um einen inklusiveren Diskurs in Bezug auf Visionen zum Thema KI zu ermöglichen.
Die Ausstellung zeigt Werke von Studierenden der FU Berlin: Johanna Linhoff, Ann-Marie La Vitola, Eva Rziha, Anna Seel, Mona Hartel, Josephine Barner, Nastasia Last, Mia Clara Ostern, Nelli Abdullaeva, Inka Jehs, Johannes Hofmeister, Mirjam Lehner, Viktoria Adolf, Rosa Burr & Jan Lettau.
Im Dialog mit: ECDF-Professorin Michelle Christensen (TU Berlin / UdK Berlin).
Gastvorträge während des Semesters: Janne Kummer (Künstlerische Forschung) und Robert Lange (Programmierung von Composing Cyborgs).
Mit Unterstützung von Friedrich Schmidgall (ECDF) & Sidar Torunlu (UdK Berlin).
Ausstellung: Politics of Design – Per/Forming Critique / Vol. 1
Die erste Ausstellung „Politics of Design – Per/Forming Critique” zeigte kritische Designarbeiten sowie performative Arbeiten, die im Rahmen kollaborativer Studio-Seminare von ECDF-Professorin Michelle Christensen (ECDF/TU Berlin) und ECDF-Professor Florian Conradi (ECDF/FU Berlin) im Sommersemester 2025 entstanden sind. Die erste Ausstellung war von Juli bis Februar 2026 im ECDF zu sehen.
Die Ausstellung zeigte Arbeiten von Studierenden der FU Berlin, der TU Berlin, der UdK Berlin und der HU Berlin: Viktoria Adolf, Willi Beeskow, Laura Bouget, Sophie Borgmeyer, Rosa Burr, Phillip Büchner, Gina Chamizer, Hümeyra Demırcıoğ̆lu, Maulana Fawwaz, Lukas Helling, Johannes Hofmeister, Natalia Iberra, Clara Isakowitsch, Inka Jehs, Anna Job, Pauline Jacob, Jessica Kakmeni, Nastasia Last, Robert Lange, Yunseo Lee, Marlina Metz, Seyed Naghavialhosseini, Levi Puig, Philipp Proff, Kallum Robinson, Annabelle Riechert, Eva Rziha, Sophie Scholl, Rebekka Schmitt, Sophie Stein, Natalie Stadtkowski, Emma Steiniger, Ann-Marie La Vitola, Valentina Weinreich & Grace Zang.
