Prof. Dr. David Bermbach

Mobile Cloud Computing

Das Interesse an seinem heutigen Fachgebiet entwickelte  Prof. Dr. David Bermbach in seinem ersten Semester während seines Studiums für Wirtschaftsingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT): „Damals war Programmieren eigentlich das einzige Fach, bei dem man ‚hands on‘ etwas Eigenes machen konnte und nicht nur Theorie lernen musste. Das hat mich ein bisschen auf die Schiene gesetzt“, erläutert der heute 33-jährige Wirtschaftsingenieur, der seit Dezember 2017 das Fachgebiet „Mobile Cloud Computing“ an der TU Berlin leitet und das Teil des Einstein Centers Digital Future (ECDF) ist.

In seiner Doktorarbeit bei Prof. Dr. Stefan Tai, damals noch am KIT, beschäftigte sich der geborene Mainzer bereits mit Datenmanagement und Anwendungsarchitekturen in geoverteilten Systemen - insbesondere im Hinblick auf ihre Qualitätseigenschaften. Zusätzlich war und ist sein Ziel, Qualitätseigenschaften solcher Systeme, wie Konsistenz oder Performanz, nicht nur messbar zu machen, sondern diese auch gezielt zu beeinflussen. Themen, die nicht nur für Unternehmen wie Amazon oder Google hochbrisant sind.

„Im Prinzip ist die Thematik jedem  Dropbox-Nutzer bekannt: Wenn zwei Personen gleichzeitig eine Datei aus der Dropbox verändern und dann speichern, entstehen zwei Versionen einer Datei, die nicht mehr automatisch zusammengeführt werden können. Solche Inkonsistenzen sind eine Folge des sogenannten ‚Trade-offs‘ zwischen Verfügbarkeit und Konsistenz von Daten. Einerseits sollen alle Daten immer und überall verfügbar sein, andererseits müssen sie auch überall parallel aktualisiert werden. Man kann das Problem jetzt skalieren und zum Beispiel die Server einer großen Bank betrachten, deren Anwendungen aktualisiert werden soll. Der eine Server steht in den USA, einer in Deutschland und einer zum Beispiel in Singapur, dann kann die Zeitspanne bis zur Aktualisierung auf allen Servern durchaus Sekunden betragen. In dieser Zeit könnten zum Beispiel Buchungen vorgenommen werden, die dann auf den unterschiedlichen Servern zu unterschiedlichen Kontoständen des gleichen Kontos führen würden. Das kann also im Einzelfall erhebliche Auswirkungen haben“, erläutert David Bermbach.

Am ECDF reizt den Hobby-Saxophonisten und Komponisten vor allem, dass alle ECDF-Professoren aufgefordert sind, Kontakte untereinander und vor allem auch außerhalb ihres Fachbereichs zu suchen und zu pflegen. „Da hier selbstverständlich vorausgesetzt wird, dass wir alle an bestimmten Veranstaltungen teilnehmen oder bestimmte Prozesse begleiten, findet das auch wirklich statt. Da bin ich voller Hoffnung, das auf diese Art und Weise eine ganz neue Qualität des Austauschs entsteht, der dann auch neue, interessante Ideen generiert.“ (kj)