Medieninformation 11. Juni 2019

Lange Nacht der Wissenschaften: Besucher*innen entdecken die digitale Zukunft

Kann sich eine Pflanze in ein Musikinstrument verwandeln? Was bewirken Sensoren in Kleidung? Wie können Wassernetze intelligent gesteuert werden? Das Einstein Center Digital Future (ECDF) bietet zur Langen Nacht der Wissenschaften (LNDW) am 15. Juni 2019 Digitalisierungsforschung zum Anfassen. Das Haus der Digitalisierung in Berlin-Mitte, Wilhelmstraße 67, ist erstmals zur LNDW von 17 bis 24 Uhr geöffnet.

DAS PROGRAMM IM ÜBERBLICK:

App für mehr Sicherheit im Radverkehr:
Wie kann das Radfahren in Berlin sicherer werden? Das untersucht Prof. Dr. David Bermbach im Rahmen des Citizen-Science-Projekts „SimRa – Sicherheit im Radverkehr“. Dabei wurde eine Smartphone-App entwickelt, die Daten zu Beinahe-Unfällen erfasst. Zur LNDW können Besucher*innen die App vor Ort ausprobieren und sich als Tester*in registrieren.

Baue deinen smarten Kiez:
Wie viel Energie könnte in Wohnvierteln gespart werden, wenn Batterien, Photovoltaik-Anlagen und intelligente Algorithmen zum Einsatz kommen? Prof. Dr. Sergio Lucia bietet Besucher*innen die Möglichkeit, ihren eigenen smarten Kiez am Rechner zu bauen und anschließend automatisch zu simulieren, wie Energie unter Berücksichtigung realer Wetterdaten gespart werden könnte.

Intelligente Steuerung von Wassernetzen:
Durchschnittlich 546.000 Kubikmeter Trinkwasser werden täglich in Berlin benötigt. Wie kann dabei die Steuerung von Pumpstationen überwacht werden? Prof. Dr. Andrea Cominola installiert zur LNDW Sensoren im Labor an der TU Berlin – die Daten werden in Echtzeit ins ECDF übertragen. Die Besucher*innen erleben, wie die Überwachung und Steuerung von Pumpstationen in Zukunft funktionieren kann.

Elektronische Textilien:
Wie lassen sich Handwerk und neuartige Fertigungstechnologien kombinieren? Dieser Frage geht Prof. Dr. Berit Greinke in ihrer Forschung nach. Sie untersucht elektronische Textilien und smarte Materialien sowie deren funktional-ästhetische Anwendungen in Wearable Technology. Bei der LNDW zeigt sie erste Muster von textiler plissierter Sensorik. Studierende (4. Semester, Modedesign) haben sich mit Utopien digitaler Körperlichkeit auseinandergesetzt und präsentieren ihre Entwürfe.

AR-App "CoCubes":
Unterschiedliche Personengruppen zusammenbringen – das ermöglicht die App „CoCubes“ von Cornelius Hutfless, Sophie Marthe und David Potthast: Durch Augmented Reality können verschiedene kulturelle Settings zeitgleich in einem einzigen Raum stattfinden. Der Prototyp für die CoCubes-App wurde beim Augmenting Cities Hackathon im ECDF entwickelt, der von Prof. Jochen Rabe und Max Rudolph organisiert wurde.

Digitale Bildungsartefakte:
Eine Pflanze verwandelt sich in ein Musikinstrument. Die Seiten einer digitalen Fibel lassen sich ohne Berührung umblättern. Eine Kartoffel wird zur digitalen Uhr: Prof. Dr. Daniel Hromada zeigt digitale Bildungsartefakte und lädt die Besucher*innen ein, verstecke Codes zu finden und zu knacken.

Future Security Lab:
Organisierte Kriminalität, Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung, Stromausfall: Anschaulich und innovativ präsentiert das Future Security Lab im ECDF aktuelle Projekte aus der Sicherheitsforschung. Interaktive Szenarien laden zum Mitmachen ein. Das Projekt „Zukunftslabor des Forschungsforums Öffentliche Sicherheit“ der Freien Universität Berlin wird gefördert vom BMBF. Zur LNDW gibt es Führungen im 30-Minuten-Takt.

Micro Factory:
In der neu eingerichteten Micro Factory arbeiten Wissenschaftler*innen des ECDF an Modellen, Prototypen und Designobjekten. Mit Lasercutter, 3D-Drucker und Styrocutter entstehen dort Stadtmodelle, interaktive Objekte und vernetzte Textilien. Zur LNDW können die Besucher*innen die Micro Factory entdecken und am 3D-Drucker digitalgesteuerte Fabrikation erleben.

Über das Einstein Center Digital Future (ECDF):
Das ECDF ist ein interdisziplinäres Projekt der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste Berlin. Das Zentrum für Digitalisierungsforschung begreift sich als hochschulübergreifender Nukleus für die Erforschung und Förderung digitaler Strukturen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Das ECDF wurde im September 2016 von der Einstein Stiftung Berlin bewilligt.