Von KI über Quantencomputer bis zu kritischem Design: Das war die Lange Nacht der Wissenschaften 2026 am ECDF
08.06.2026
Volles Haus, neugierige Fragen und zahlreiche Begegnungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft: Zur diesjährigen Langen Nacht der Wissenschaften 2026 öffnete das Einstein Center Digital Future am 6. Juni 2026 seine Türen für Besucher*innen aus ganz Berlin. Von 17 bis 24 Uhr präsentierten Forscher*innen und Studierende aktuelle Arbeiten an der Schnittstelle von Digitalisierung, Technologie und Gesellschaft.
Interaktive Demonstrationen zur KI-gestützten Wasserüberwachung zeigten Besucher*innen, wie intelligente Technologien, Echtzeitdaten und KI helfen können, Ressourcen in den eigenen vier Wänden zu schonen. Großes Interesse weckte auch die SimRa-App bei Besucher*innen: Radfahrende zeichnen mit Hilfe der App ihre Strecken auf und markieren gefährliche Situationen wie plötzliches Bremsen, riskante Überholmanöver durch Autofahrer*innen oder Beinahe-Unfälle. Besucher*innen konnten die App vor Ort ausprobieren, sich als Tester*innen registrieren und Fragen an das Team rund um ECDF-Professor David Bermbach stellen.
Besonders gefragt war außerdem der diesjährige KI-Quizstand „Who wants to be a millionAIre?“, bei dem Besucher*innen knifflige Aufgaben gemeinsam mit einem KI-Chatbot lösten und ihre Leistung direkt mit anderen Besucher*innen vergleichen konnten. Dabei zeigte sich, dass Menschen und KI durchaus zusammenarbeiten können. Ein wiederkehrendes Highlight für Groß und Klein war der Escape Room zu Quantentechnologien, der komplexe Forschung auf spielerische Weise zugänglich machte. Teilnehmer*innen erkundeten in Gruppen von drei bis vier Personen das Labor, fanden versteckte Hinweise und lösten knifflige Rätsel. Das Ziel: den Quantencomputer am Ende zu aktivieren.
Zahlreiche Exponate in der Ausstellung „Politics of Design – Per/Forming Critique" zeigten, dass ethische, soziale und politische Fragestellungen immer mitgedacht werden müssen wenn digitale Technologien zum Einsatz kommen. Die kritischen Design- und performativen Arbeiten von Studierenden sind im Wintersemester 2025/2026 an der FU Berlin entstanden. Die ECDF-Professor*innen Florian Conradi und Michelle Christensen betreuten die Arbeiten die im Masterstudiengang Kultur- und Medienmanagement entstanden sind. „Die Ausstellung zeigt interdisziplinäre Projekte, die auf Open-Source-Software und -Hardware basieren. Im Laufe des Semesters haben die Studierenden eigene Themen gewählt und darauf aufbauend individuelle Ausstellungsstücke entwickelt. Dabei stellten sich Fragen wie: Woran werden wir uns in Zukunft erinnern? Und wie beeinflusst KI nicht nur unsere Zukunft, sondern auch die Vergangenheit? Die Projekte sollen zum Nachdenken anregen und neue Perspektiven auf Technologie, Erinnerung und Geschichte eröffnen.
Die über 400 Besucher*innen des Abends und die Gespräche mit Forscher*innen machten deutlich, wie groß das öffentliche Interesse an den gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Technologien ist. Die interdisziplinären Projekte des ECDF zeigen: Digitale Technologien sind kein Selbstzweck, sondern Werkzeuge, um Lösungen für die drängendsten Fragen unserer Zeit zu entwickeln.