Martin Gersch und Nina Schlömer erhalten Award für "Most Innovative Paper" auf der European Conference on Information Systems

AuszeichnungPublikation

30.06.2026

© ECIS 2026

Der Forschungsbeitrag „Visualising Digital Transformation: The Performative Role of Academic Figures" von Martin Gersch, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und Co-Sprecher des ECDF, und Nina Schlömer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Betriebswirtschaftslehre der Freien Universität  Berlin, hat bei der European Conference on Information Systems (ECIS) 2026 in Mailand den renommierten Claudio Ciborra Award für das innovativste Paper gewonnen. Gersch und Schlömer konnten sich mit ihrem Paper gegen über 1.400 Einreichungen durchsetzen.

In ihrem Paper zeigen sie, dass akademische Abbildungen keine neutralen Illustrationen sind. Im Gegenteil: Sie (re-)produzieren bestimmte, oft unhinterfragte, Annahmen darüber, wie die digitale Transformation verläuft und wie steuerbar sie ist. Für den Beitrag haben die Wissenschaftler*innen eine visuelle Analyse von 176 Abbildungen aus 138 Fachartikeln zur digitalen Transformation durchgeführt, ein in der Wirtschaftsinformatik neuartiges Vorgehen. Mithilfe einer dreistufigen Kodierungsstruktur werden detaillierte visuelle Elemente (z. B. Kästchen, Pfeile, Linien) mit wiederkehrenden visuellen Mustern und letztlich mit fünf Klassen der visuellen Darstellung der digitalen Transformation  zusammengeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass lineare und quasi-kausale Darstellungsformen die ein hohes Maß an Steuerbarkeit suggerieren besonders dominant sind. Das gilt gleichermaßen für Beiträge, die im Text eigentlich etwas anderes betonen. Der Beitrag lädt Wissenschaftler*innen ein, visuelle Darstellungsformen stärker zu reflektieren und stellt dafür geeignete Leitfragen für Autor*innen zur Verfügung.

Die ECIS ist nach VHB Rating 2024 (Verband der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer für Betriebswirtschaft e.V.) eine der zwei weltweit mit A bewerteten Konferenzen der Wirtschaftsinformatik und die wichtigste in Europa. Der Preis erinnert an Claudio Ciborra, einen einflussreichen Forscher im Bereich der Organisationstheorie an der London School of Economics, und würdigt die innovativste Arbeit der ECIS-Konferenzen.