Prof. Dr. des. Michelle Christensen

Open Science

Prof. Dr. des. Michelle Christensen ist seit August 2019 Professorin am Einstein Center Digital Future (ECDF) und der Technischen Universität Berlin. Gemeinsam mit Florian Conradi hat sie die Gastprofessur für „Open Science“ inne.

Als Soziologin und Designerin erforscht sie die Räume zwischen diesen beiden Disziplinen. Ihre Forschungsinteressen umfassen Trans- und Postdisziplinarität, die Politik der Objekte und die demokratischen Potentiale freier und offener Technologien. Michelle Christensen promovierte auf dem Gebiet der Designforschung an der Universität der Künste Berlin. Zuvor studierte sie Politische Soziologie an der Roskilde University in Dänemark (B.A.), Konfliktforschung an der Utrecht University in den Niederlanden (M.A.), Gender Studies an der University of Amsterdam (M.Sc.) und Integrated Design an der Köln International School of Design in Köln (M.A.). Sie arbeitete in der Krisenabteilung von Amnesty International USA, war Humanity in Action Fellow und Congressional Fellow im United States Congress in Washington DC. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitete sie am Design Research Lab (UdK Berlin), dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), und leitet derzeit zusammen mit Florian Conradi eine Forschungsgruppe zur Maker-Kultur an der UdK Berlin (Weizenbaum Institut). Sie lehrte an Universitäten in den Niederlanden und Deutschland Konfliktanalyse, Gender Studies und Designmethoden, zuletzt als Gastprofessorin am International Masters Program (MAID) an der Hochschule Anhalt in Dessau. Seit 2015 ist sie Mitglied des Board of International Research in Design (BIRD) bei Birkhäuser und seit 2014 Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF).

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Gastprofessur am ECDF untersuchen Florian Conradi und Michelle Christensen das Potenzial von Forschung in offenen Laborstrukturen als ein Ansatz der offenen Wissenschaft. Als Forschungsumgebung initiieren Sie das „Critical Maker Lab“ welches als transdisziplinäres und transuniversitäres Terrain die Grenzen von Theorie und Praxis, Politik und Alltag, Wissenschaft und Aktivismus zu überschreitet versucht. Dies mit dem Ziel neue Formen der Zusammenarbeit in der Wissenschaft zu erproben, um kritische Diskurse und Praktiken zu gestalten. Innerhalb des „Critical Maker Labs“ konzentrieren sich ihre Forschungs-, Lehr- und experimentelle Gestaltungspraxis auf dekoloniale, feministische/queere theoretische und nachhaltige Ansätze freie/offene Technologien.    

Das ECDF gebe ihr die Möglichkeit, mit Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zu kooperieren. "Eine integrative digitale Gesellschaft kann nur aufgebaut werden, wenn man über wissenschaftliche Disziplinen hinweg arbeitet – und genau dafür schafft das ECDF einen Raum", sagt sie. Michelle Christensen freut sich besonders auf unvorhergesehene Fragen und Bedenken, die sich im Spannungsfeld einer internationalen und interdisziplinären Debatte über die Digitalisierung ergeben. "Durch das ECDF habe ich die Chance, meine eigenen Ansätze und Annahmen in einem interdisziplinären und interuniversitären Kontext neu zu hinterfragen."