Prof. Dr. Sergio Lucia

Internet of Things for Smart Buildings

„Als Ingenieur interessiert man sich quasi automatisch für Deutschland”, erzählt Prof. Dr. Sergio Lucia in fließendem Deutsch. Geboren und aufgewachsen in Zaragoza, Spanien hat er seinen Master im Fach „Electrical Engineering“ an der Universität von Zaragoza absolviert. Dazwischen kam er mit einem Erasmus Stipendium für ein Jahr an die TU nach Berlin. „Ich habe mich ganz bewusst für Berlin entschieden und vorab bereits einige Semester lang Deutsch gelernt. Von Anfang an wusste ich, dass ich eine Karriere in der Wissenschaft anstrebe.“ Aus Berlin wechselte er an die Technische Universität Dortmund, um dort zu promovieren. „Berlin fühlte sich eher international und nicht sehr deutsch an. Dortmund dagegen war sehr deutsch.“ Für den Postdoc wechselte er an die Otto-von-Guericke Universität Magdeburg, bevor es ihn für sechs Monate an das MIT in die USA verschlug. Seit Mai 2017 ist Sergio Lucia Professor für „Internet of Things for Smart Buildings“ an der TU Berlin und einer der bislang sechs Professoren der TU Berlin am Einstein Center Digital Future (ECDF).

„Mein Forschungsgebiet beschäftigt sich mit dem Internet der Dinge im Umfeld von intelligenten Gebäuden. Dabei geht es mir vor allem darum, mathematische Modelle zu entwickeln, um zu berechnen, wie die gewonnenen Daten aus dem Internet der Dinge - zum Beispiel Daten aus Klimaanlagen, Beleuchtung, Heizungsanlagen, Bewegungsprofilen oder ähnliches - für eine intelligente Steuerung optimal genutzt werden können. Meine Modelle sollen vorab errechnen, welche Daten und welche Kommunikationstechnologien für so eine intelligente Steuerung von Gebäuden oder auch Smart Cities überhaupt benötigt werden. Wie und wie oft müssen Daten kommuniziert werden, um eine bestimmte Performance zu gewährleisten? Was ist der optimale Kompromiss zwischen Energieverbrauch, Latenz, Paketausfallrate und Leistung? Für all diese Fragen spielen Optimierungstechniken, aber auch maschinelles Lernen eine große Rolle“, so der 30-jährige Ingenieur.

Am ECDF reizte ihn nicht zuletzt das Konstrukt des public private partnerships: „Die sehr spezielle Konstruktion des ECDFs ermöglicht mir einen direkten Zugang zur Interdisziplinarität. Diese Art des Arbeitens hat mich immer schon besonders fasziniert, ich glaube dabei kann man am meisten und am schnellsten lernen. Die TU Berlin mit ihrem breiten Spektrum an Disziplinen bietet dafür ein ideales Umfeld“, beschreibt Prof. Sergio Lucia seine Motivation. Eines seiner ersten Aktivitäten war es dann auch, gleich zwei Anträge für Promotionen an der neuen, internationalen und interdisziplinären Graduiertenschule HEIBRiDS, einer gemeinsamen Graduiertenschule der Helmholtz-Gemeinschaft, des ECDFs und der Berliner Universitäten, zu erarbeiten. An dieser Graduiertenschule sollen junge Datenexperten aus den verschiedensten Bereichen ausgebildet werden. „Diese Art der interdisziplinären Ausbildung halte ich für sehr wichtig und auch hochinteressant, weil in allen möglichen Bereichen wie Werkstoffwissenschaften, Chemie oder anderen Fächern Datenspezialisten dringend benötigt werden, die sich sowohl in ihrem Spezial-Fach, als auch mit Datenmanagement auskennen. (kj)